„Das behalte ich besser für mich!“, sagte Alex zu sich selbst

„Das behalte ich besser für mich!“, sagte Alex zu sich selbst

Beitrag von Bettina Jung

Kategorie: Blog, Möglichkeiten, Neues Lernen

Alex ist Mitarbeiter auf einer Krankenstation und beobachtet seit einer Weile, dass die Kolleg:innen vieles doppelt dokumentieren. Papier – PC – pdf – Ausdruck – Akten. Er versteht nicht wozu, denn er erkennt die Möglichkeit, mit geringen Veränderungen Arbeitsschritte auszulassen. Aber, er hat auch beobachtet, wie die anderen gerne alles lassen wie es ist.

Alex ist ein zurückhaltender Typ. Er schweigt.

Zwei Monate später hilft Alex auf einer anderen Station aus, wo das Team ähnlich arbeitet. Etwas ist jedoch anders: Dort bringt er seine Idee nach 3 Tagen ein, Alex spricht.

Was genau führt dazu, dass sich Alex so unterschiedlich verhält?

In den frühen 2000ern forschte Amy Edmondson zu dem Phänomen, warum Menschen gute Ideen einbringen oder auch nicht. Es hat mit dem Risiko zu tun, dass wir Missbilligung ernten könnten, wenn wir neue Ideen einbringen oder Bestehendes hinterfragen. Je nachdem, welche Kultur in der Gruppe herrscht und wie sich die Leitung verhält, ist dieses Risiko unterschiedlich groß.  

Warum ist das so wichtig?

Daran, ob das Risiko der Missbilligung relativ gering ist, entscheidet sich, ob ein Team in der Lernzone unterwegs ist. Das bedeutet, Vertrauen, Selbstverantwortung und Lernbereitschaft sind da und können wachsen. Erfolgsfaktoren für gelingende Selbstorganisation.

In diesem Videomitschnitt erklärt Professorin Dr. Julia Schorlemmer genauer, was es mit psychologischer Sicherheit auf sich hat:

„Nur wer gehört wird spricht“

— Amy Edmondson

Das Wissen um diesen Zusammenhang macht mir einmal mehr bewusst, wie relevant es ist, das wir zuhören lernen.

„Nur wer spricht wird gehört“

— Sabine Kluge

Auch das leuchtet ein. Es geht also um das Zusammenspiel dieser zwei Seiten. An dieser Stelle werden Methoden wichtig. Ein Methodenkoffer, der für Settings und Rahmenbedingungen sorgt, die Menschen dazu ermutigen zu sprechen UND zuzuhören.

Wie Alex oben. Auf der zweiten Station gab es wöchentliche Reflektionsrunden in Bezug auf die Zusammenarbeit. Die Leitung und zwei Kolleginnen sorgten dafür, dass diese kurzen Runden tatsächlich stattfanden. Genau das machte den Unterschied.

Sechs Hände halten jeweils eine Glühbirne hoch

Das Wissen im Team wächst, wenn die Alexandras und Alexander sprechen …. dürfen. Es entwickelt sich ein lernendes Team.

#Mut
#Leadership
#Verantwortung